Plastische Chirurgie - Info

Alles rund um die ästhetische Schönheitschirurgie

Eine kleine Geschichte der Brustoperation

Donnerstag 10. Juli 2008 von Susanne Feiel

Angefangen hat alles im Jahre 1897, als ein Pariser Chirurg einem jungen Mädchen die Brust verkleinerte. Grund soll ein gesundheitlicher gewesen sein, da ihre Brüste bis zu den Oberschenkeln gereicht haben sollen. Auch heute leiden viele Frauen unter den gesundheitlichen Aspekten von zu großen un daher zu schweren Brüsten. Rein ästhetisch gesehen war das Ergebnis der ersten Brustverkleinerung grauenvoll, denn die junge Frau hatte Narben über die ganze Brust verteilt und auch die Brustwarzen fehlten ihr. Mit den Jahren verstanden dann die Ärzte allmählich, dass nicht nur der gesundheitliche, sondern auch der seelische Aspekt bei einer Brustverkleinerung eine Rolle spielte. Um die 40 Jahre später war die Ärzteschaft dann tatsächlich in der Lage Brustreduktionen auf ästhetisch anspruchsvolle Weise durchzuführen.

Seit ungefähr der gleichen Zeit beschäftigen sich Ärzte auch mit dem Wiederaufbau der weiblichen Brust. Ausschlaggebender Grund war auch hier nicht die Ästhetik, sondern die medizinische Notwendigkeit einer solchen Operation. Brustkrebs existiert nicht erst seit ein paar Jährchen, sondern kostete auch schon vor Jahrhunderten den Frauen das Leben oder zumindest ihre Brüste. 1895, so der erste bekannte Fall, setzte der Chirurg Vincenz Czerny einer Deutschen ein Fettgeschwulst (Lipom), dass ihr am Rücken gewachsen war in eine ihrer Brüste, die ihr zuvor wegen eines Tumors entfernt wurde, ein. Wie wir heute bereits wissen, kann dies nicht funktioniert haben, da das Fett nicht entsprechend behandelt war und so hielt das Ergebnis dieser Fettgeschwulstverpflanzung nicht lange an, da das Fett vom Körper resorbiert wurde.

In den folgenden Jahren, bis in die späten 50er Jahre, verwendeten Ärzte alle möglichen Mischungen, bei dem Versuch dauerhaft die Brüste der Damen zu vergrößern. Angefangen von Parrafinölinjektionen, die zu extremen Verklumpungen, Entzündungen und Lungenembolien führten, über Gemüseöl, Lanolin, Bienenwachs oder Polyäthylen. Keines dieser Mittel zeigte besonderen Erfolg. Erst Ende des zweiten Weltkriegs, mit der Einbindung des Silikons in die plastische Chirurgie gelang der Durchbruch bei Brustaugmentationen. Während des Kriegs verwendeten angeblich japanische Prostituierte Silikoninjektionen um größere Brüste zu erhalten, und dadurch die amerikanischen Soldaten anzulocken. Anfang der 60er Jahre war diese Methode in San Francisco und Las Vegas bei Stripteasetänzerinnen weit verbreitet. Es dauerte jedoch nicht lange, bis die ersten ernsthaften Komplikationen, wie chronische Entzündungen oder Verklumpungen, auftraten. In den 50er Jahren wurde auch versucht Vinylsschwämme in die Brust zu verpflanzen, was allerdings nur zu Verklumpungen und Entzündungen führte.

1961 wurde das erste Silikonimplantat durch einen Impuls der Dow Corning Company von zwei Chirurgen aus Houston, Texas, Frank Gerow and Thomas Cronin, entwickelt. 1963 begann die kontinuierliche Verwendung und Vermarktung. Über die Jahre wurden die Implantate ständig weiterentwickelt und verbessert und so auch das Problem der sogenannten Kapselkontraktur, durch neue Textur und neue Positionierung, weitgehend gelöst. Jedoch kam es in den USA in den 80er Jahren zu einer heftigen Kontroverse, da angeblich austretendes Silikon aus den Implantaten mit Autoimmunerkrankungen und anderen Gesundheitsrisiken in Zusammenhang gebracht wurden. 1982 wurden sie in den USA und Canada vom Markt genommen und schließlich kurzerhand verboten. Allerdings galt dieses Verbot nur für ästhetische Eingriffe, nicht aber für rekonstruktive. Die Dow Corning Company sah sich konfrontiert mit zahlreichen Klagen.

Auch heute ist Silikon noch eines der wichtigsten Implantatsarten, da es sich am natürlichsten anfühlt. In Europa wurde im Jahre 2001 ein Qualitätsgütesiegel für Silikonimplantate eingeführt. Nur Implantate, die dieses Siegel tragen, dürfen auch verwendet werden. Patientinnen erhalten einen Implantatspass mit den genauen Details ihrer Implantate. Die Wahrscheinlichkeit des Austretens von Silikon ist heutzutage verschwindend gering und nach zahlreichen Studien wurde nach 14 Jahren auch in den USA die Verwendung von Silikonimplantaten wieder erlaubt.

Quellen

[1] http://oe1.orf.at/68024.html

[2] http://www.breast-augmentation-resource.com/html/history.html

[3] http://en.wikipedia.org/wiki/Breast_implants

[4] http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16185804?ordinalpos=5&itool=EntrezSystem2.PEntrez.Pubmed.Pubmed_ResultsPanel.Pubmed_RVDocSum

[5] http://www.beyondniptuck.com/history/

[6] Langbein, Kurt et al (2001). Wa(h)re Schönheit: chirurgische und dermatologische Schönheitsbehandlungen. Wien [ua.]:Orac 169-174

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Donnerstag 10. Juli 2008 um 11:51 und abgelegt unter Brustvergrößerung. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

2 Kommentare über “Eine kleine Geschichte der Brustoperation”

  1. DOUGLAS schrieb:


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