Antifaltenmittel Botox™ - Botulinumtoxin
Dienstag 3. Juni 2008 von siena
Man hat davon gehört und irgendwie auch mitbekommen, dass es die Falten durch Lähmung verschwinden lässt. Doch wie funktioniert dieses Botox™ eigentlich genau und woher kommt es? Woraus besteht es und kann man es sich ohne Sorgen spritzen lassen? Fragen über Fragen, die hoffentlich im folgenden Artikel beantwortet werden können.
Was ist Botox™?
Botox™ steht für Botulinumtoxin, ein neurotoxisches Protein, dass von dem Bakterium Clostridium Botulinum produziert und ausgeschieden wird. Es ist eine der giftigsten, natürlich auftretenden Substanzen, die bis zum heutigen Tage bekannt sind. Früher war die auch unter C. Botulinum bekannte Substanz ein gefürchteter Lebensmittelvergifter. Obwohl es sich hierbei um ein hochwirksames Gift handelt, wird es in der Ästhetischen sowie in der Heilmedizin angewandt. Dies ist möglich, da es nur in sehr geringen Dosen verwendet wird. Der Name Botox™ ist ein Markenname und keine Definition für den Wirkstoff per se. Auch unter anderen Namen, wie zum Beispiel Dysport™, Xeomin™, Vistabel™ oder Myobloc™ wird Botulinumtoxin am Markt angeboten.
Wie funktioniert Botulinumtoxin?
Botulinumtoxin bewirkt eine Blockade bei der Übertragung von Nervenimpulsen an Muskelzellen, indem es die betroffenen am Muskel hängenden Nervenzellen zerstört. Als Folge wird der Muskel gelähmt. Durch die Bildung neuer Nervenzellen kann er reaktiviert werden. Botulinumtoxin wird nach einiger Zeit vom Körper abgebaut, was auch die relativ kurze Wirkungsdauer erklärt, die bei etwa 3 bis 4 Monaten liegt. Wird die Behandlung nach diesem Zeitraum wiederholt, gewöhnt sich der Körper langsam an die Substanz und die Wirkung hält nach und nach länger an.
Wie wird Botulinumtoxin eingesetzt?
Man unterscheidet sechs verschiedene Untertypen von Botulinumtoxin, die durch A - F gekennzeichnet werden. Nur die Typen A und B werden medizinisch eingesetzt. Nicht nur gegen Falten verwendet man dieses Serum, sondern auch in der Behandlung gegen Bewegungsstörungen, Schielen oder Lidkrämpfe. Als Arzneimittel wird es ebenso angewandt gegen übermäßiges Schwitzen oder in der Therapie gegen Speiseröhrenengstellung.
In der kosmetischen Medizin verwendet man Botulinumtoxin Typ A, und zwar hauptsächlich gegen Mimikfalten, die durch die Gesichtsmuskulatur, also durch die Verwendung von Muskeln für den Gesichtsausdruck, entstehen. Gegen Schwerkraftfalten (orthostatische Falten) hat Botulinumtoxin wenig Sinn, da diese durch Schlaffheit von Haut und Bindegewebe entstehen. Entdeckt für den kosmetischen Zweck wurde das Mittel durch einen glücklichen Zufall von einem Ärzte-Ehepaar in Vancouver, die bei der Behandlung von Augenmuskelleiden entdeckten, dass durch die Injektion dieses Wirkstoffs auch Falten um die Augen verschwanden. Daraufhin wurden klinische Studien unternommen und 2002 wurde Botulinumtoxin von der FDA (United States Food and Drug Administration) genehmigt.
Wie funktioniert ein Eingriff mit Botulinumtoxin?
Die Einspritzung von Botulinumtoxin erfordert keine Anästhesie und dauert im Normalfall nur ein paar Minuten. Der Wirkstoff wird mit einer feinen Nadel in die Muskelpartien der zu behandelden Falten injiziert. Im Normalfall sollte dies außer ein paar eventueller leichter Stiche keine Schmerzen verursachen. Nach drei bis sieben Tagen ist der endgültige Effekt der Behandlung zu sehen.
Was sollte vor bzw. bei einer Behandlung mit Botulinumtoxin beachtet werden?
Unter anderem ist es wichtig mindestens eine Woche vor der Behandlung keinen Alkohol zu konsumieren und entzündungshemmende Medikamente sogar zwei Wochen davor abzusetzten, sofern dies möglich ist, um Hämatome bestmöglich zu vermeiden. Des weiteren ist es unabdinglich, sich über den Arzt zu informieren, der die Behandlung vornimmt. Er/Sie sollte sich in der Handhabung mit dem Präparat auskennen und darin trainiert sein. Um des Behandlungserfolgs und eigenen Willen, sollte sichergestellt sein, dass die Einspritzung in einer Arztpraxis oder einer Klinik vorgenommen wird. So genannte Botox-Parties seien hier in Frage gestellt, da auf diesen oft viel Alkohol konsumiert wird und manches Mal vielleicht die Frage nach der Qualifikation der behandelden Person offen im Raum stehen bleibt. Niemals darf eine Dosis Botulinumtoxin aus einer Spritze geteilt werden. Auf keinen Fall sollte Botulinumtoxin Schwangeren oder Stillenden gespritzt werden. Genauso ungeeignet ist diese Methode für Menschen, die von vornherein Muskel oder Nervenleiden haben. Der Arzt muss unbedingt darüber sowie über etwaige Medikamente die eingenommen werden, informiert sein. Ein guter Arzt informiert sich ohnehin eigenständig, es liegt allerdings in der Verantwortung des Patienten, wie bei jedem medizinischen Eingriff, alle Karten offen auf den Tisch zu legen und den Arzt über alle medizinisch relevanten Fakten in Kenntnis zu setzten, um etwaige Nebenwirkungen zu vermeiden.
Einige mögliche Nebenwirkungen von Botulinumtoxin in der kosmetischen Anwendung
Die häufigste Nebenwirkung einer Antifaltenbehandlung mit diesem Wirkstoff sind Blutergüße, die allerdings nicht vom Mittel selbst kommen, sondern von der Art und Weise der Injektion. Verhindert kann dies am Besten durch die Anwendung von Druck auf die Injektionsstelle werden. Innerhalb von 48 Stunden kann es auch zu Kopfschmerzen kommen. Andere bekannte Unregelmäßigkeiten können sein, herabhängende Augenlieder, ein schiefes Lächeln, Verlust der Fähigkeit das Auge zu schließen, was aber nach ungefähr sechs Wochen verschwinden sollte. In der Kieferregion, kann das Nervengift dazu führen, das der Kaumuskel für einige Zeit schwächer wird. Es kann allgemein zu Gesichtslähmungen, Muskelschwäche, Grippe-ähnlichen Symptomen und allergischen Reaktionen kommen. Es wird spekuliert und ist an Ratten und Mäusen auch schon festgestellt worden, dass Botulinumtoxin im Körper wandert, dass heißt sich im Gewebe ausbreiten kann. Es ist daher empfehlenswert, nach einer Behandlung die betroffenen Stellen nicht zu berühren und schon gar nicht daran zu reiben.
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